VEGA

Fr, 06.04.2018
, KNUST

V-Tour 2017/2018

»Ich gehöre zu dieser Stadt, bin ein Teil von Frankfurt. Inventar, wenn man so will«, sagt Vega und lacht. Vega ist kein Star, mit dem man schnell im Vorbeigehen ein Selfie macht, sondern einer, dem die Leute anerkennend auf die Schulter klopfen, wenn er durch ihre Straßen geht. Jemand, zu dem man nicht aufschaut, sondern der einem auf Augenhöhe begegnet. Seine Fans merken sich das. Sie stehen hinter ihm. Diesem Frankfurter Jungen mit Kraft in der Stimme und Leidenschaft in jedem Wort, dessen viertes Soloalbum »Kaos« 2015 schließlich auf Platz 1 der Charts eingestiegen ist.

»Bei meinen Konzerten stehen manche in der ersten Reihe und heulen. Es kommen 5.000 Leute in die Frankfurter Jahrhunderthalle, die von ganzem Herzen fühlen, was ich sage. Die Reaktionen der Fans, der Respekt von Moses Pelham oder Azad – das sind meine Trophäen. Dafür mache ich das alles«, sagt Vega. »Wenn du solche Dinge erlebst, stellst du dir ganz andere Fragen: Was will ich für meine Leute? Für diejenigen, die seit zehn Jahren meine Musik hören? Was will ich für meine Stadt erreichen?«

Und vor allem auch: Was kann Vega Rap in Deutschland zurückgeben? Dieser Musik, die ihn erzogen und ihm Werte vermittelt hat. »Was Azad oder Moses gesagt haben, war für mich Gesetz. Ich habe darauf gehört und danach gelebt. Derzeit ist Rap sehr oberflächlich. Es geht mehr um gute Melodien als um Message. Das ist auch cool. Ich freue mich darüber und es ist wichtig, dass das passiert. Denn Rap ist dadurch gesellschaftlich viel anerkannter als noch vor zehn Jahren. Wir sind nicht mehr die Schmuddelkinder. Aber das heißt auch, dass wir eine viel größere Verantwortung haben.«

Diese Haltung macht »V« zu einem mutigen Album. Es ist eine Standortbestimmung, ein Bekenntnis zur Beständigkeit. Ganz bewusst antizyklisch und darauf bedacht, nicht dem Trend zu folgen, sondern sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen. Mag sein, dass gerade Musik von anderen die Charts bestimmt und die Klicks sammelt. Aber ist es nicht gerade wichtig, sich treu zu bleiben und seinen eigenen Weg zu gehen? Denn genau das tut Vega auf »V« so, wie man es von ihm gewohnt ist.

»Ich gehöre zu dieser Stadt, bin ein Teil von Frankfurt. Inventar, wenn man so will«, sagt Vega und lacht. Vega ist kein Star, mit dem man schnell im Vorbeigehen ein Selfie macht, sondern einer, dem die Leute anerkennend auf die Schulter klopfen, wenn er durch ihre Straßen geht. Jemand, zu dem man nicht aufschaut, sondern…