TORPUS & THE ART DIRECTORS

Fr, 23.02.2018
, KNUST

Keep the car running: Torpus & The Art Directors melden sich mit ihrem dritten Album zur├╝ck

Das verflixte dritte Album ger├Ąt f├╝r viele Bands zur Zerrei├čprobe. Auf dem Deb├╝t genie├čt man noch herrlich naive Narrenfreiheit, auf dem Zweitwerk muss man schon den Balance-Akt zwischen Weiterentwicklung und Erwartungshaltung meistern – auf Album Nummer 3 aber muss man sich endg├╝ltig entscheiden, wie man seine Kunst betreiben m├Âchte:

Geht man den Weg des Kompromisses und nutzt die vielen kleinen manipulatorischen Kniffe, die man in zwei Alben-Zyklen erlernt hat, um die Chancen des wirtschaftlichen Erfolgs seiner Band zu verbessern, oder besinnt man sich zur├╝ck auf die Musik an sich, und spielt die Songs und T├Âne so, wie sie aus einem herausflie├čen, wie sie erdacht waren.

S├Ânke Torpus, Jenny Apelmo, Melf Petersen, Ove Thomsen und Felix Roll haben sich sowas f├╝r den kompromislosen Weg entschieden und kommen mit ihrem dritten gemeinsamen Album ganz dicht an den Kern ihrer Band, klingen so sehr nach einer gemeinsamen Vision wie nie zuvor.

Produziert hat die Band das Album diesmal selbst. Aufgenommen wurde wieder in dem alten Schulgeb├Ąude in Nordfriesland, wo auch schon der Vorg├Ąnger “The Dawn Chorus” entstand. Diesmal wurden die Instrumente – mit kleinen Ausnahmen – live eingespielt. F├╝r den abschlie├čenden Mix konnte die Band wieder ihren langj├Ąhrigen Wegbegleiter Simon Frontzek gewinnen. Das Resultat ist ein warmer, kratziger Sound, der das Album jetzt schon wie einen Klassiker klingen l├Ąsst und nicht wie eine Platte die in 2017 aufgenommen wurde. Es rauscht und knistert, dass es eine wahre Freude ist und man es kaum erwarten kann, diese Songs auf Vinyl zu h├Âren.

Insgesamt mehr Platz einger├Ąumt wurde in den neuen Songs der E-Gitarre von Melf Petersen, der in Songs wie “Antonia” oder “4×7” die F├╝hrung der Art Directors ├╝bernimmt. Hier und da atmet das Album sogar den Spirit von 60s Rock’n’Roll und den Beach Boys, eine neue Komponente im Sound der Band, die sich perfekt einpasst. Auch zu erw├Ąhnen ist die beeindruckende gesangliche Leistung von Frontmann S├Ânke Torpus: nicht nur in den beiden Songs, deren Texte auf Haustier-Metaphern basieren, “He’s A Cat” und “I’m A Dog”, beweist er eine eindrucksvolle Stimmvielfalt und Sicherheit. ├ťber die L├Ąnge der gesamten Platte ist es ein Genu├č, Torpus’ Melodien zuzuh├Âren, vorallem dann wenn er vom Chor seiner gesamten Band unterst├╝tzt wird. In den Vordergrund spielt sich jedoch kein Mitglied der Art Directors, das hier ist ein Produkt der Gemeinschaft und geb├╝ndelter Kreativit├Ąt.

Torpus & The Art Directors beweisen mit Album #3, dass sie laufen und laufen und laufen wie ein gutgepflegter Auto-Motor. Keine Anzeichen von Abnutzung, alles funktioniert noch so gut wie am ersten Tag. Dieses Album ist wie gemacht f├╝r die Live-Darbietung, ist sie doch eine fast perfekte Abbildung ├╝ber die Gro├čartigkeit der Live-F├Ąhigkeiten dieser Band: Wie gut, dass die n├Ąchste Tour schon wieder vor der T├╝r steht.

Keep the car running: Torpus & The Art Directors melden sich mit ihrem dritten Album zur├╝ck Das verflixte dritte Album ger├Ąt f├╝r viele Bands zur Zerrei├čprobe. Auf dem Deb├╝t genie├čt man noch herrlich naive Narrenfreiheit, auf dem Zweitwerk muss man schon den Balance-Akt zwischen Weiterentwicklung und Erwartungshaltung meistern – auf Album Nummer 3 aber muss…