AVATAR

Mi, 04.04.2018
, Gruenspan

Special Guests: Old Kerry McKee & Hellzapoppin

Der moderne Heavy Metal verf├╝gt ├╝ber sicher einige Dutzend Subgenres und selbst innerhalb dieser feinen Unterteilungen unterscheiden sich die jeweiligen Bands noch einmal deutlich voneinander. Ein besonderes Beispiel hierf├╝r ist die G├Âteborger Band Avatar: F├╝r gew├Âhnlich wird sie dem Melodic Death Metal zugeordnet, nimmt aber mit ihrer besonderen optischen Pr├Ąsenz und dem stets sehr facettenreichen konzeptuellen ├ťberbau ihrer Musik auch in diesem Genre eine Sonderstellung ein. Ihre Konzerte geraten gern zu fantastischen Freakshows zwischen Comic-Superhelden und Horrorfilmen, ihre Alben werden meist von aufw├Ąndigen Videos und erg├Ąnzenden Schriftst├╝cken begleitet, die das jeweilige Konzept visualisieren. Dies gilt auch f├╝r ihr bislang letztes, sechstes Studioalbum ÔÇ×Feathers & FleshÔÇť, das im Juni 2016 erschien und f├╝r Avatar einen internationalen Karriereschub bedeutete: Die Platte erz├Ąhlt die Fabel von einer Eule, die in den Krieg zieht, um die Sonne am Aufgehen zu hindern. Nachdem die Platte auch in den USA beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, werden Avatar erst im kommenden Fr├╝hjahr nach ihrer aktuellen US-Tour wieder in Europa live spielen. Zu ihrer Tour, die sie zwischen dem 18. M├Ąrz und 4. April f├╝r vier Konzerte in K├Âln, M├╝nchen, Berlin und Hamburg nach Deutschland f├╝hrt, bringt das Quintett voraussichtlich eine neue EP mit ÔÇô sowie mit Hellzapoppin’ und Old Kerry McKee zwei Support-Acts, die ebenfalls v├Âllig aus dem Rahmen des Gew├Âhnlichen fallen.

Als sich Avatar zu Beginn des neues Jahrtausends in G├Âteborg unter dem Namen Lost Soul zusammenfanden, waren sie mit ihrem industriell gepr├Ągten, heute in ganz Skandinavien bombastisch erfolgreichen Melodic Death Metal ein wenig zu fr├╝h dran: Damals galt dieses Subgenre noch als wenig gel├Ąufige Spezialdisziplin f├╝r ebenso beinharte wie melodie-verliebte Metal-Fans. Und so war der Beginn f├╝r die bald nach der Gr├╝ndung in Avatar umbenannte Band kein leichter: Trotz emsiger Bem├╝hungen fanden sie anfangs weder eine Plattenfirma noch eine Konzertagentur ÔÇô was dazu f├╝hrte, dass die Formation, die in ihrer Anfangszeit obendrein zahlreiche Besetzungswechsel erlebte, sowohl das erste Album ÔÇ×Thoughts of TomorrowÔÇť als auch die anschlie├čende Skandinavien-Tour komplett im Alleingang organisierte und finanzierte. Nachdem es ihnen gelang, f├╝r diese Tour mit Hardcore Superstar und Dismember zwei bereits etablierte Co-Headliner zu verpflichten, geriet die Tour zu einem so gro├čen Erfolg, dass sie sich im Anschluss aus einer Vielzahl von Angeboten die beste Plattenfirma als Partner aussuchen konnten.

So stieg das zweite, nur ein knappes Jahr sp├Ąter ver├Âffentlichte Album ÔÇ×SchlachtÔÇť gleich bis in die Top 30 der schwedischen Albumcharts. Diese Platte mit dem ├╝bergeordneten Konzept zu Theorien der taktischen Kriegsf├╝hrung offenbarte denn auch erstmals eine gro├če Besonderheit von Avatar: Diese Band schreibt nicht nur einfach gute, mitrei├čende und signifikant eigene St├╝cke, sondern stets ganze Song-Zyklen, die alle mehr oder weniger ein Oberthema auf die unterschiedlichste Weise beleuchten. Mit diesem Konzept sowie einer stets aufw├Ąndigen Maskerade eroberte die Band nicht nur ganz Europa, sondern St├╝ck f├╝r St├╝ck auch Nordamerika, wof├╝r ihnen im vergangenen Juni der Metal Hammer Golden Gods Award als ÔÇ×International Breakthrough BandÔÇť verliehen wurde. Zudem gelang ihnen k├╝rzlich mit der Single ÔÇ×New LandÔÇť von ihrem aktuellen sechsten Album ÔÇ×Feathers & FleshÔÇť erstmals der Einstieg in die Top 20 der US-Mainstream-Rock-Charts.

Wie schon auf ihrer aktuellen US-Tour bringen Avatar auch zu ihren Shows in Deutschland die ├Ąu├čerst durchgeknallte Outlaw-Zirkusshow von ÔÇ×Hellzapoppin’ÔÇť aus Florida mit, eine Vaudeville-Freakshow, die druckvolle Rockmusik mit atemberaubenden Stunts verbindet. Von Feuerspucken ├╝ber Schwertschlucken bis zum Messerwerfen: Hier sieht man all das, was man tunlichst niemals nachmachen sollte. Er├Âffnet werden die Abende allerdings von der skurrilen Ein-Mann-Band Old Kerry McKee, einem schratigen Schweden, der in seiner Ein├Âde auf der Insel Hisingen schwerm├╝tige Lieder ├╝ber die dunkelsten Seiten der Existenz schreibt und von Fachkennern hierf├╝r schon als ÔÇ×Hillbilly-Vetter von Nick Cave und Tom WaitsÔÇť beschrieben wurde.

Der moderne Heavy Metal verf├╝gt ├╝ber sicher einige Dutzend Subgenres und selbst innerhalb dieser feinen Unterteilungen unterscheiden sich die jeweiligen Bands noch einmal deutlich voneinander. Ein besonderes Beispiel hierf├╝r ist die G├Âteborger Band Avatar: F├╝r gew├Âhnlich wird sie dem Melodic Death Metal zugeordnet, nimmt aber mit ihrer besonderen optischen Pr├Ąsenz und dem stets sehr facettenreichen…

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